Wissenschaftliche Forschung zu Reiki








Einleitung

Reiki ist mittlerweile zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen geworden. Die Eingabe des Suchwortes „Reiki“ in  PubMed, der weltweit größten und wichtigsten medizinische Literaturdatenbank, ergibt 399 Artikel, in denen Reiki erwähnt wird! (Stand: 10/2005)

Nicht alle von diesen Artikeln sind jedoch wissenschaftliche Forschungen, die sich direkt mit Reiki-Studien befassen. Es gibt mittlerweile jedoch eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und zahlreiche Fallstudien, in denen die Effekte von Reiki erforscht wurden.

Gerade in der Anfangszeit der Reiki-Forschung war die Anzahl der Studien-TeilnehmerInnen oft zu gering, um aussagekräftige Ergebnisse zu erbringen, und auch das methodische Vorgehen entspricht mittlerweile nicht mehr den wissenschaftlichen Anforderungen, die an eine solche Studie gestellt werden. Dennoch gaben auch die frühen Untersuchungen wichtige Hinweise darauf, dass Reiki bei einer Vielzahl von körperlichen und psychischen Erkrankungen hilfreich sein kann.








Aktuelle Studien

Mittlerweile sind die Ansprüche an wissenschaftliche Untersuchungen zu Reiki deutlich gestiegen.  Die folgenden vier Studien weisen ein exzellentes kontrolliertes und randomisiertes Untersuchungsdesign auf und werden derzeit von den    National Health Institutes (NIH)  in den USA durchgeführt.

Die NIH gehören zu den weltweit führenden medizinischen Forschungszentren in den Vereinigten Staaten und gehören zur US-Gesundheitsbehörde. Die Studien beschäftigen sich mit dem Einfluss von Reiki-Behandlungen auf Patienten mit

1. fortgeschrittener AIDS-Erkrankung,
2. Fibromyalgie,
3. Prostata-Krebs und
4. Diabetes

Die Studien der NIH können unter Clinicaltrials nachgelesen werden (in der Suchmaske "Reiki" eingeben).

Die letzte  Untersuchung wird  an der  Universität von Michigan, USA, durchgeführt.








Forschungsergebnisse zu Reiki

Ich möchte an dieser Stelle Dr. Anastassia Bogomolova danken, auf deren Webseite ReikiMedresearch eine ganze Reihe von Studien zu Reiki aufgeführt ist.

Auch wenn das wissenschaftliche Vorgehen in einigen der folgenden Studien nicht immer optimal war, möchte ich dennoch die Ergebnisse hier vorstellen, da sie wichtige Hinweise darauf geben, bei welchen Erkrankungen Reiki unterstützend sein kann:

Eine der ersten Untersuchungen über die Effekte von Reiki-Behandlungen war die von Wetzel (1989).

Sie teilte eine Reihe von PatientInnen in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe erhielt Reiki (Experimentalgruppe), die zweite nicht (Kontrollgruppe).

Sie untersuchte nach der Behandlung die Blutwerte (Hämoglobin und Hämatokrit) aller PatientInnen. Hämoglobin ist der Teil der roten Blutkörperchen, der den Sauerstoff transportiert. Der Hämatokrit-Wert gibt das Verhältnis der roten Blutkörperchen im Verhältnis zum Gesamt-Blutvolumen an.

Sie konnte nachweisen, dass die Blutwerte der behandelten Gruppe sich statistisch bedeutsam (signifikant) verändert hatten. Dieser Effekt konnte nicht in der Kontrollgruppe beobachtet werden.

Reiki wurde auch als begleitende Therapie in der Schmerzbehandlung eingesetzt. Diejenigen PatientInnen, die gleichzeitig Reiki und eine medikamentöse Schmerztherapie erhielten, litten deutlich weniger unter Schmerzen als diejenigen PatientInnen, die ausschließlich Medikamente einnahmen (Olson, 1997).

Reiki wurde ebenso erfolgreich bei der Behandlung von PatientInnen eingesetzt, die sich einer Operation unterziehen mussten. Diejenigen PatientInnen, die Reiki vor und nach einem chirurgischen Eingriff erhielten, brauchten weniger Schmerzmedikation und hatten eine kürzere Aufenthaltsdauer (Alandydy, 1999).

Bullock (1997) berichtet in ihrer Fallstudie von der Behandlung von einem schwer erkrankten Krebspatienten, der nicht mehr lange zu leben hatte. Reiki kann sehr hilfreich sein, um Menschen in ihrem Sterbeprozess zu unterstützen. Ihre Beobachtung ist, dass Reiki hilft, Schmerzen und Angst zu verringern und körperliche Symptome zu lindern, die mit dem Sterben einhergehen, wie z.B. Atemschwierigkeiten und Wasseransammlungen im Gewebe. Auch psychisch wurde der Patient durch die Reiki-Behandlungen stabilisiert, es half ihm, seine letzten Tage mehr zu genießen und das Sterben leichter anzunehmen.

Positive Effekte von Reiki konnten auch bei chronischen Erkrankungen dokumentiert werden. Brewitt (1997) untersuchte den Einfluss von Reiki bei Multipler Sklerose, Lupus, Fibromyalgie und vergrößerter Schilddrüse.

Nach den Behandlungen wurde eine verbesserte Funktion der Milz sowie des Immun- und Nervensystems nachgewiesen. Die Patienten hatten weniger Schmerz, die Entspannung und Mobilität nahm zu.

Reiki linderte in bedeutsamen Maße die Symptome von Depression und Stress. Die positiven Effekte waren auch nach längerer Behandlungspause noch nachweisbar (Shore, 2004).







Bei der Untersuchung der körperlichen Veränderungen durch Reiki-Behandlungen stellte Wardell (2001) folgendes fest:

  1. Der Blutdruck senkte sich.
  2. IgA, ein Immunoglobulin, d.h. ein Antikörper gegen verschiedene Viren und Bakterien, wurde vermehrt im Speichel nachgewiesen. Dies weist darauf hin, dass Reiki die Immunabwehr fördert.
  3. Das Hormon Cortisol, das vermehrt in Stresssituationen ausgeschüttet wird, wurde durch die Behandlungen reduziert – ein Hinweis auf die stressreduzierende Wirkung von Reiki.
  4. Die elektrische Aktivität der Muskeln wurde während der Behandlungen gesenkt. Das Ausmaß der elektrischen Aktivität ist ein Maß für körperliche Entspannung bzw. Anspannung. Ein entspannter Muskel zeigt normalerweise keine elektrische Aktivität.








Kumar (2003) untersuchte den Einfluss von Reiki auf PatientInnen mit Epilepsie, und stellte fest, dass durch die Behandlungen die Häufigkeit der Anfälle reduziert werden konnten. Dies wurde auch durch eine Analyse der Blutwerte untermauert.

In einer Studie von Miles (2003), in der Reiki unterstützend bei HIV-positiven Patienten eingesetzt wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Reiki Schmerzen und Ängste lindern konnte.

Fallstudien über die Behandlung von AIDS-Patienten berichten ebenfalls von positiven Effekten des Reiki auf diese schwerwiegende Erkrankung (Schmehr, 2003).







Zwei weitere interessante Reiki-Studien wurden 2002 von Duquemin und Pankhurst in England durchgeführt. Dort wurden Reiki-Behandlungen bei PatientInnen mit Multipler Sklerose und solchen mit dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom) untersucht. Daten zum Gesundheitszustand wurden parallel zu den Behandlungen erhoben. Die Gruppe der untersuchten TeilnehmerInnen war jedoch recht klein, so dass weitere Forschung in diesem Bereich vonnöten ist.

Nach 12 Behandlungen á 1,5 Stunden erlebten 90.2% der M.S.-PatientInnen eine Reduzierung von Lethargie, 87% litten weniger unter Depressionen. Auch kognitive und motorische Probleme wurden in erheblichem Ausmass reduziert.  Über 70 % der PatientInnen berichteten darüber hinaus, dass auch ihre Schmerzen und ihre Müdigkeit verringert wurden.

In der Gruppe der PatientInnen, die unter dem Chronischen Erschöpfungssyndrom litten, berichteten sogar 90 %, dass ihre Schmerzen reduziert wurden.

Eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten wurde bei 80 % beobachtet. 70 % der PatientInnen litten weniger unter Müdigkeit.

Auch über die Behandlung von Folteropfern in Sarajevo gibt es sehr einen positiven Bericht, der zeigt, dass selbst bei so schwerwiegenden Traumatisierungen Reiki hilfreich sein kann (Kennedy, 2001).

Es gab jedoch auch Studien, in denen kein eindeutiger Effekt von Reiki-Behandlungen nachgewisen werden konnte. So untersuchten Schflett et al. (2002) den Einfluß von Reiki auf die Genesung von Patienten nach einem Schlaganfall. In einer randomisierten, kontrollierten Studie konnte kein Einfluß auf den Gesundheitszustand nachgewiesen werden, allerdings zeigten sich einige positive Auswirkungen auf das Befinden und den Allgemeinzustand.







Neben diesen wissenschaftlichen Studien gibt es eine unüberschaubare Fülle von Geschichten, in denen Reiki erfolgreich bei allen möglichen Erkrankungen eingesetzt worden ist. Dr. Bogomolova hat eine Datenbank eingerichtet, in der verschiedenen Erkrankungen aufgeführt sind, in denen Reiki erfolgreich angewendet wurde.

Auch auf der Webseite von William Lee Rand finden sich mehrere Artikel und Fallgeschichten  zu Reiki.








Literatur
Webseite von Dr. Anastassia Bogomolova: Medical Research on Reiki Therapy

Webseite von William Lee Rand: International Center for Reiki Training

Alandydy P, Alandydy K: Using Reiki to Support Surgical Patients.
Journal of Nursing Care Quality , 1999 Apr;13(4): pp. 89-91.

Brewitt B, Vittetoe T, Hartwell B: The Efficacy of Reiki Hands-On Healing: Improvements in spleen and nervous system function as quantified by electrodermal screening.
Alternative Therapies , July 1997, Vol. 3, No.4, pg. 89

Buchwald DS: The Efficacy of Reiki in the Treatment of Fibromyalgia. Laufende Studie der National Institutes of Health.
Webseite: http://www.clinicaltrials.gov/

Bullock M: Reiki: a complementary therapy for life.
Am J Hosp Palliat Care. 1997 Jan-Feb; 14(1): 31-3.    

Duquemin K, Pankhurst J: MS Studies. 2002
Veröffentlicht auf der Webseite der Autoren:
http://www.reikiresearchfoundation.org/

Duquemin K, Pankhurst J: An Investigation into the Effects of Reiki On the Symptoms of M.E. 2002
Veröffentlicht auf der Webseite der Autoren:
http://www.reikiresearchfoundation.org/

Kennedy P: Working with survivors of torture in Sarajevo with Reiki.
Complement Ther Nurs Midwifery. 2001 Feb; 7(1): 4-7.    

Klein E: Reiki/Energy Healing in Prostate Cancer. Laufende Studie der National Institutes of Health.
Webseite: http://www.clinicaltrials.gov/

Kumar RA, Kurup PA: Changes in the isoprenoid pathway with transcendental meditation and Reiki healing practices in seizure disorder. Neurol India 2003; 51: 211-214
Webseite: http://www.neurologyindia.com/

Miles P: Preliminary report on the use of Reiki for HIV-related pain and anxiety.
Altern Ther Health Med. 2003; 9(2): 36.
Webseite:  http://www.pamelamilesreiki.com

National Health Institutes: http://www.clinicaltrials.gov/ct

Olson K, Hanson J: Using Reiki to manage pain: a preliminary report.
Cancer Prev Control 1997 Jun;1(2):108-13

Schflett SC, Nayak S, Bid C, et al.: Effect of Reiki treatments on functional recovery in patients in poststroke rehabilitation: a pilot study. J Alt Compl Med 2002;Dec, 8(6):691-693.    

Schmehr R
: Enhancing the treatment of HIV/AIDS with Reiki training and treatment. Altern Ther Health Med. 2003 Mar-Apr; 9(2):120, 118.

Shore AG: Long-term effects of energetic healing on symptoms of psychological depression and self-perceived stress. Altern Ther Health Med, 10(3): 42-48 (2004)

Stevens M: Effects of Reiki on Painful Neuropathy and Cardiovascular Risk Factors. Laufende Studie der National Institutes of Health.
Webseite: http://www.clinicaltrials.gov/

True G: The Use of Reiki for Patients with Advanced AIDS. Laufende Studie der National Institutes of Health.
Webseite: http://www.clinicaltrials.gov/

Wardell DW, Engebretson J: Biological correlates of Reiki touch healing.
J. Advanced Nursing, 33(4): 439-445 (2001)

Wetzel W: Reiki Healing:  A Physiologic Perspective.  Journal of Holistic Nursing, 1989 7(1), 47-54.

© Stefanie Rappat, 2004 – 2011.



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